Wir sind wir – für Euch – The Soulmachine

Über vier Jahre ein Kommen und Gehen, zumindest in die Probe und zu den einzelnen Gigs.

Zehn Musiker, zehn Leben, zehn Geschichten und zehn Arbeitsbranchen, zehnmal Hoffnungen und Träume und zehnmal die Bereitschaft, sich auf was Großes, das Ganze einzulassen – mit wenig Aussicht auf Finanzielles. Aber mit der Devise, dass zwei mehr als einer sind und dass neun Mann, von denen einer eine Frau ist, trotzdem einen zehnten brauchen.

Was das Ganze zusammenhält, wie das Ganze funktionieren kann? Ganz einfach: Es ist nur eine Frau dabei.

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Bianca Müller. Foto: Uli Küppers

Eine Band, die funktioniert, trotz der enthaltenen zehn Lebensgeschichten, so vieler Charaktere und Geschmäcker in Sachen Musik oder beim Bier. Aber der lebendige Köper besteht ja auch nicht nur aus Herz und Kopf. Jeder Bestandteil hat seinen eigenen wichtigen Platz im gesamten Gefüge, seine Aufgabe, sein Wirken, seine Daseinsberechtigung und seinen Lebenszweck.

Wenn ich an „Band“ denke, sehe ich statische Musiker an ihren Plätzen, betont gekonnt in die Leere des Überdimensionalen starrend, in der ständigen Erwartung, besonders cool zu wirken, besonders angehimmelt und bewundert zu werden.

Bei uns? Ein Haufen durch die Welt springender Löschzwerge, die nur ansatzweise Gedanken über noch größere Bühnen hegen. Mit Potential, besonders in der Choreografie und dem Chor. Ja, wir haben immer Luft nach oben.

Meist sind wir positiv gestimmt, immer sind wir enthusiastisch. Ein Enthusiasmus, der Menschen anstecken kann und infizieren, der Virus der mitreißenden Beats, der zum Tanzen auffordernden Musik, der Fülle der Augenlollies und der lebendigsten Figuren im größten Fernseher, der sich Leben nennt.

Beliebt? Ja zumindest bei etwa zehn treuen Seelen. Bekannt? In Villingen-Schwenningen und Rottweil. Und ja, auch Schramberg kann man dazu zählen. Bewundert? Vielleicht, weil trotz manch eines falschen Ablaufs doch wieder der Schluss eines Songs erreicht worden ist. Und besonders cool? Nein nicht mehr, denn der coolste Brillen und Hut tragende Bestandskeyboarder hat uns gerade verlassen. Wir sind zu sehr aufs Ganze fixiert.

Und ja: Das WIR steht im Vordergrund, egal wie das werte Befinden der zehn Individuen gerade auch sei. Das WIR in der Presse, das WIR bei der Großveranstaltung, die uns doch kurzzeitig nicht wollte, und das WIR bei der Frage, ob es nun keinen Cent oder richtig viel Asche gibt. Denn wenn wir keine Gage kriegen, gibt es ja immer noch die Speisekarte, der nie zu stillende Durst nach Mehr, bei so vielen Männern und ja, auch einem Hund. Und für den Nachtisch ist gesorgt, wenn uns die angenehmsten unter den vielen Menschen, die uns umgeben, zwei Raffaellos nach der Show zustecken.

Wir machen weiter: ob mit oder ohne zwölf Gigs im Jahr, ob mit oder ohne hoffentlich nun bleibender wechselnder Belegschaft. Denn wir sind eine Band, nicht mehr und nicht weniger, und wir sind gut, zumindest hat es das gestern wieder einmal geheißen, und wir sind WIR, mal laut mal leise, mal quietschvergnügt, mal zum Stehen amused. Lauter heterogene Bestandteile und trotzdem homogen und mit der Devise: the show must immer go on. Ob nun Fußball oder Regen, ob kurz mal kein Keyboarder, ob gleich das Bier ausgeht oder die Noten verschollen sind – Wir sind WIR, ein vollzähliges Ganzes aus verschiedenen Branchen und Jahrgängen vereint. Aus verschiedenen Zusammenhängen gerissen und auf eine Bühne gestellt.

Wir sind wir – für Euch – The Soulmachine.

Bianca Müller, Sängerin, The Soulmachine